Für Praxisinhaber

Benefits für Therapiepraxen: was sich wirklich rechnet

In der Physiotherapie ist der Spielraum beim Gehalt durch die Kassenvergütung begrenzt. Benefits sind der Hebel, der ohne längere Taktung funktioniert. Welche davon pro Euro am meisten bringen, was sie im Monat kosten und welche Rechtsgrundlage dahintersteht.

Beim Gehalt sind Therapiepraxen durch die Kassenvergütung eng gebunden, und fast alle liegen im selben Korridor. Benefits sind die Stelle, an der sich eine Praxis noch unterscheiden kann, ohne an der Taktung zu drehen.

Der Maßstab ist schnell gesetzt. Eine unbesetzte Therapeutenstelle kostet rechnerisch 9.300 bis 11.200 € Umsatz im Monat, ein volles Benefit-Paket 155 bis 245 € je Mitarbeiter. Für die Physiotherapie weist der IW-Report 2025 11.979 rechnerisch unbesetzte Stellen aus, die Bundesagentur für Arbeit eine Vakanzzeit von 280 Tagen.

Je Monat, in Euro Benefit-Paket rund 175 € Vermittlung rund 700 €, auf ein Jahr verteilt Unbesetzte Stelle 9.300 bis 11.200 €
Maßstabsgetreu. Umsatzausfall: eigene Rechnung mit der GKV-Vergütung ab 01.01.2026, ausführlich unter Was Recruiting für Therapiepraxen kostet. Vermittlung: 18 bis 25 Prozent eines Bruttojahresgehalts, auf zwölf Monate verteilt. Benefit-Paket: 50 € Sachbezug, 45 € Krankenversicherung, 30 € Radzuschuss und 50 € Altersvorsorge.

Was die Praxis welche Leistung kostet

BenefitKosten der Praxis je Mitarbeiter und MonatRechtsgrundlage
Dienstrad, Zuschuss zur Entgeltumwandlung20 bis 40 €§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG
Dienstrad, Rate komplett von der Praxis getragen70 bis 110 €§ 3 Nr. 37 EStG
Betriebliche Krankenversicherung, Budget 1.200 bis 1.500 € im Jahr35 bis 55 €§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG
Zuschuss zur Altersvorsorge über die Pflicht hinaus50 bis 100 €§ 1a Abs. 1a BetrAVG
Gesundheitsförderung, zertifizierte Kursebis 50 €§ 3 Nr. 34 EStG, 600 € im Jahr
Sachbezug, Gutschein oder Tankkarte50 €§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG
Deutschlandticket als Jobticket16 bis 60 €§ 3 Nr. 15 EStG
Kinderbetreuungszuschussfrei vereinbar§ 3 Nr. 33 EStG
Erholungsbeihilfe inklusive Pauschalsteuer16 €§ 40 Abs. 2 Nr. 3 EStG

Kosten der Praxis, nicht Eigenanteile der Mitarbeiter. Marktübliche Spannen, keine Listenpreise. bKV-Beiträge je Jahresbudget nach einer Tarifübersicht: rund 15 € bei 300 €, 36 bis 42 € bei 1.200 €, rund 50 € bei 1.500 €. Deutschlandticket: 63 € seit dem 01.01.2026, beim gesetzlichen Mindestzuschuss trägt die Praxis 15,75 €.

Die drei, die auffallen

  • Dienstrad. Läuft die Rate über Entgeltumwandlung, zahlt die Praxis nur ihren Zuschuss, üblich 20 bis 40 €. Übernimmt sie die Rate ganz, sind es 70 bis 110 €, dafür ist das Rad für den Mitarbeiter nach § 3 Nr. 37 EStG steuerfrei. In einem Beruf, der körperlich arbeitet, wird das sofort verstanden.
  • Betriebliche Krankenversicherung. 35 bis 55 € für ein Budget von 1.200 bis 1.500 € im Jahr, ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeit. Schnellere Facharzttermine wirken bei Leuten, die täglich sehen, was Warten bedeutet.
  • Altersvorsorge über die Pflicht hinaus. Die 15 Prozent nach § 1a Abs. 1a BetrAVG sind Pflicht und damit kein Argument. Ein eigener Festbetrag von 50 bis 100 € schon: In Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten haben laut Bertelsmann Stiftung nur 26 Prozent überhaupt eine Zusage.

Den passenden Anbieter zu finden, dauert meistens länger als die Entscheidung selbst. Ich kenne die Versicherer und Benefit-Plattformen, die mit Praxen dieser Größe arbeiten, und stelle den Kontakt her.

Kontakt zu passenden Anbietern

Drei Punkte, an denen es schiefgeht

  • Umwandeln statt draufzahlen. Fast jede Steuerbefreiung setzt voraus, dass die Leistung zusätzlich zum Lohn kommt. Wer Bruttogehalt in Gutscheine umwandelt, verliert sie.
  • Die 50 € reißen. Der Sachbezug nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Tankkarte und Krankenversicherung zusammen landen schnell darüber, dann wird alles steuer- und beitragspflichtig.
  • Die Haftung beim Rad übersehen. Leasingnehmer ist die Praxis, bis zum Ende der Laufzeit, auch bei Kündigung oder langer Krankheit. Eine Ausfallversicherung gehört ins Angebot.

Und der wichtigste Punkt zum Schluss: Benefits gleichen kein Gehalt aus, das unter dem Marktniveau liegt, und keinen Dienstplan, der nicht hält. Was sonst über die Entscheidung eines Bewerbers bestimmt, steht unter Attraktiver Arbeitgeber werden.

Häufige Fragen

Dienstrad, betriebliche Krankenversicherung und ein eigener Beitrag zur Altersvorsorge. Zusammen kosten sie die Praxis 105 bis 195 Euro je Mitarbeiter und Monat. Der 50-Euro-Sachbezug gehört dazu, hebt eine Praxis aber nicht mehr von anderen ab.
20 bis 40 Euro im Monat, wenn die Praxis ihren Zuschuss zur Entgeltumwandlung zahlt. 70 bis 110 Euro, wenn sie die Leasingrate für ein Rad von 2.500 bis 3.500 Euro komplett übernimmt. Kostenlos ist kein Modell, weil die Praxis Leasingnehmer ist und für die Rate haftet, auch wenn der Mitarbeiter kündigt.
Nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG bleiben Sachbezüge bis 50 Euro im Monat steuer- und beitragsfrei. Es ist eine Freigrenze: Ein Cent darüber macht den gesamten Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig. Die Leistung muss zusätzlich zum Lohn kommen.

Dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung. Die genannten Grenzen entsprechen dem Gesetzesstand im Oktober 2026.

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In einer kostenlosen Potenzial-Analyse vergleichen wir Ihr Angebot mit den Praxen in Ihrem Einzugsgebiet und sagen Ihnen, welche Leistung bei Ihnen den Unterschied macht. Auf Wunsch stellen wir danach den Kontakt zu den Versicherern und Benefit-Anbietern her, die mit Therapiepraxen in Ihrer Größe arbeiten.

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